Wandern in Vechtel

Historische Orte in Vechtel erwandert

Bippen Die Frühjahrswanderung des Heimatvereins Bippen, in diesem Jahr ab dem Parkplatz der Firma Stöckel in Vechtel, wurde gut angenommen. Unter der Leitung von Wanderführer Klaus Hartmann machten sich die Wanderer auf den Weg.

An der ersten Station der Wanderung schilderte Hans Elbers die Situation des ehemaligen Armenhauses in Vechtel. Weiter ging es zu den Swatten Pölen, auch unter dem Namen Seerosenteiche bekannt. An dieser Stelle und am früheren Munitionsdepot ging Klaus Hartmann auf weitere historische Begebenheiten ein.

Über den ehemaligen Vechteler Flugplatz informierte Wilfried Holthaus. Die Anlage entstand nach Beginn des Zweiten Weltkriegs zunächst als Scheinflugplatz, um von den umliegenden Flugplätzen abzulenken. Im Jahr 1944 wurde das Areal zu einem Feldfluglatz ausgebaut, auf dem mehrere Jagdgeschwader stationiert wurden. Nach einer Bombardierung am 24. März 1945 wurde der Flugplatz aufgelassen, die Geschwader verlegt. Nach dem Krieg und der Entmilitarisierung des Geländes ging der Bereich wieder in eine landwirtschaftliche Nutzung über. jesc Bersenbrücker Kreisblatt


Heimatverein plant neues Backhaus

Neues Bauprojekt vorgestellt

Die Planungen für das Backhaus stellten (von links) Jochen Kamper, Johannes Nyenhuis, Heinz Flehr und Kurt Freye zusammen mit Bippens stellvertretendem Bürgermeister Dirk Imke vor. Foto: Erika Schwietert

Bippen Der Heimatverein Bippen plant am Heimathaus den Bau eines Backhauses. In der Mitgliederversammlung informierte der Vereinsvorstand die Mitglieder über das Bauvorhaben.

Rückblick: Viele Veranstaltungen seien sehr gut angenommen worden, berichtete der Vereinsvorsitzende Kurt Freye. Dazu gehörten die Wanderungen durch die Maiburg, das Maibaumsetzen, die Frühwanderung in der Maiburg, die Kirchspielwanderung nach Vechtel, der Schnatgang und der Konzertabend im Kuhlhoff.

Dank des Einsatzes vieler Helfer sei das Otto-Hermann-Haus innerhalb nur eines Tages geräumt und entrümpelt worden. Die Exponate wurden im Feuerwehrhaus eingelagert. Inzwischen sei das Gebäude dem neuen Besitzer übergeben worden, so Freye. Die einzige Veranstaltung, die nicht den Erwartungen entsprach, war der Klönabend, bedauerte er.

Wie der Vereinsvorsitzende weiter berichtet, müsse die Ölmühle Lonnerbecke wieder instand gesetzt werden. Dieses sei aber nicht nur Aufgabe des Heimatvereins; hier seinen weitere Träger gefordert. Freye erklärte, dass ein Arbeitsteam gebildet werden müsse. Der Heimatverein sei bereit, hier federführend tätig zu werden.

Kurt Freye bedankte sich bei allen engagierten Helfern. Ganz besonders hob er dabei Helga Ackmann und Wilfried Holthaus hervor, die sich durch ihre Arbeit an der Ortschronik sehr verdient gemacht haben.

Burkhardt Wiemann erläuterte in seinem Kassenbericht, dass der Verein über die nötigen finanziellen Mittel für die geplanten Investitionen verfüge. Erfreulich sei auch die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen, mittlerweile zählt der Verein mehr als 300 Heimatfreunde.

Perspektiven: Die Arbeiten an dem Buch über Bippener Familien gehen weiter, berichtete Freye. Angedacht sei auch, den Standort der Dampfmaschine zu optimieren. Auch die Archivarbeit laufe gut, so Freye. Der Verein plant für das Jahr eine Kirchspielsternwanderung nach Ohrtermersch und einen Schnatgang.

Im Vordergrund stehen in diesem Jahr aber die Planungen für das neue Backhaus. Heinz Flehr stellte den aktuellen Planungsstand vor. Das knapp 50 Quadratmeter große Gebäude, das als Lagerraum dienen soll, solle im Stil eines Backhauses in Fachwerkbauweise erstellt werden und von der Hauptstraße aus teilweise sichtbar sein. Der Sockel werde gemauert, das Fachwerk aus Eichenholz gefertigt werden.

Wahlen: In ihren Ämtern bestätigt wurden Jochen Kamper als 2. Vorsitzender, Hubert Ring als Schriftführer und Rolf Heidhaus als 2. Kassierer.

Beschlossen Bau Backhaus am Heimathaus
Beschlossen Bau Backhaus am Heimathaus

Zeitreise durch die Landwirtschaft

Herbert Schuckmann berichtet über Halberben und Plaggenesche

Heimatforscher Herbert Schuckmann. Foto: Jürgen Schwietert

Bippen Für die Mitarbeiter der geplanten Bippener Ortschronik und Gäste hat der Arbeitskreis im Heimatverein Bippen einen Informationsabend veranstaltet. Heimatforscher Herbert Schuckmann aus Badbergen stellte die Entwicklung der bäuerlichen Strukturen in den vergangenen tausend Jahren vor.

Zum Vortrag über Vollerben, Halberben sowie Erb- und Markkötter, über Bauernbefreiung und Markenteilung hieß Wilfried Holthaus im Heimathaus Bippen willkommen. Referent Herbert Schuckmann ging auf die Höfeklassen im Osnabrückischen ein. In der Region gibt es Höfe mit jahrhundertealter Geschichte. Auf den Weg brachte Carl Stüve, Mitglied der hannöverischen Ständeversammlung, um 1830 die gesetzmäßige Befreiung der Bauern. Die Besitzer der Höfe konnten auch die Eigentümer werden. Zuvor waren die Bauern die Besitzer, der Grundherr aber der Eigentümer. Zur Ablösung war der 25-fache jährliche Abgabebetrag erforderlich. Mit dem Eigentumserwerb fiel aber auch der bisher vom Eigentümer gewährte Schutz weg.

Die Höfe hier in der Region sind der anderweitig oft vorgenommenen Zersplitterung durch Erbfolge entgangen, da hier ein anderes Erbrecht galt. Das Erbe ging jeweils nur an eine Person. Diese erbte den Hof und die damit verbundenen Rechte. Der Name des Hofes blieb erhalten. Bei Einheirat nahm der Mann den Namen an.

Am Beispiel Hollenstede stellte Herbert Schuckmann die Vollerben, Halberben, Erb- und Markkötter vor. In diesem Zusammenhang erklärte er auch den Begriff Kirchspiel, den Bereich, in dem der Klang des Spiels der Glocken gehört werden konnte. Zunächst entstanden die Vollerbenhöfe, auch als erste Höfeklasse bezeichnet. Höfe zweiter Klasse waren die Halberbenhöfe, dritter Klasse die Erbkötter und vierter Klasse die Markkötter. Die Höfe waren entsprechend ihrer Rechte an den Marken beteiligt.

Die Verfahrensweise machte Schuckmann an einem Rechenbeispiel klar. So durfte ein Vollerbe zwölf Kühe, ein Halberbe sechs, ein Erbkötter vier und ein Markkötter drei Kühe in die Mark zur Mast treiben. Ebenso waren die Rechte aufgeteilt. Ab dem 13. Jahrhundert entstanden Erbkötter. Sie bekamen als Erbe einen Teil des ursprünglichen Hofes. Markkotten sind Gründungen, die als bäuerliche Betriebe nicht selbstständig bestehen konnten. Sie hatten in der Regel kein Recht eine Fläche auf auf dem Esch – dem fruchtbaren Boden – zu bewirtschaften. Sie wurden in der Regel nicht im Dorf, sondern in der Mark, oft an der Schnat (Grenze) angesiedelt.

Esche gibt es nur in Norddeutschland, denn nur hier konnten inselartige, zu bewirtschaftende Flächen angelegt werden. Sie wurden durch Plaggen gedüngt und wuchsen so im Laufe der Jahre um bis zu 1,50 Meter. Zunächst gab es keine Dreifelderwirtschaft; es dominierte Roggenbau, der sich nur mit Plaggen- oder Sodendüngung realisieren ließ. Erst Ende des 19. Jahrhunderts endete dieses Wirtschaftssystem.

Oft waren die Flächen bis auf den weißen Sand abgetragen. Große Sandverwehungen entstanden, so nach Aussagen der Anwesenden auch am Ohrter Fang. Im Rahmen der Markenteilung ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Marken aufgeteilt; die alten Rechte galten nicht mehr. Neubauern siedelten sich ab 1825 an. Brachflächen wurden gepottet, das heißt:Bäume angepflanzt. jesc                                     Bersenbrücker Kreisblatt Jürgen Schwietert


Geschichte im K&K

Heimatverein stellt aus

Immer wieder werden die Exponate in der Vitrine im Eingangsbereich des K&K-Marktes in Bippen ausgetauscht, machten Wilhelm Huster und Kurt Freye, hier mit Udo Nakonetzki (von links), deutlich. Foto: Jürgen Schwietert

Bippen Die technische Sammlung im Otto-Herrmann-Haus ist Geschichte. Die Exponate wurden inzwischen eingelagert. Die Sammlung, aufgebaut von Werner Hollermann, aber soll erhalten bleiben. Jetzt ist es gelungen, wenige Exponate in einer beleuchteten Vitrine im Eingangsbereich des Vollsortimenters K&K in Bippen auszustellen.

„Wir von der Marktleitung finden es klasse, dass der Heimatverein Bippen einen kleinen Teil seiner Techniksammlung in unseren Räumen ausstellt und damit die Verbundenheit zur Geschäftswelt beweist“, sagte Filialleiter Udo Nakonetzki. Unter anderem sind dort alte Fotoapparate, Telefone aus der Zeit der Wählscheiben sowie alte Radios, darunter ein Volksempfänger, zu sehen.

Der Tischapparat W (Wählscheibe) 28 wurde ab 1928 von verschiedenen Herstellern für die Deutsche Reichspost gebaut. Das Radio Volksempfänger Typ VE 301 W kam 1933 auf den Markt.

Der Heimatverein musste aus wirtschaftlichen Gründen das Otto-Herrmann-Haus aufgeben. Das Gebäude wurde inzwischen veräußert. „Wir danken der Marktleitung, dass sie uns die Möglichkeit gegeben hat, hier einen kleinen Teil unserer Sammlung präsentieren zu können“, betonte der Vereinsvorsitzender Kurt Freye.

Die Exponate sollen regelmäßig ausgetauscht werden. Auch bekommen Bippener Vereine die Möglichkeit, hier Historisches (Bilder, Exponate) auszustellen. Wenn Vereine hier Interesse haben, sollten sie sich bei Kurt Freye melden. Freye bedankte sich bei seinem Vorgänger Werner Hollermann für dessen unermüdliches Wirken. Er habe diese umfangreiche Sammlung mit technischen Exponaten aus nunmehr drei Jahrhunderten zusammengestellt. Weiterhin wies Freye auf die Generalversammlung am 29. Februar um 20 Uhr im Heimathaus hin. jesc

Ausstellung Technik im K&K Markt hergestellt
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Der frühe Vogel fängt...
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Die frühe Maiburg
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Die älteste Kirchengemeinde im Osnabrücker Nordland. Schon vor der ersten Jahrtausendwende Taufort für die Menschen der Region.
Die älteste Kirchengemeinde im Osnabrücker Nordland. Schon vor der ersten Jahrtausendwende Taufort für die Menschen der Region.




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